Griechenland – Lagarde macht Aufstockung des ESM zur Bedingung für Griechen-Rettung

Veröffentlicht: 22.02.12, 00:30  |  Aktualisiert: 22.02.12, 09:39

Nach dem Beschluss der Finanzminister zur Griechen-Rettung hatte sich der IWF auffallend bedeckt gehalten. Nun wird klar: Christine Lagarde hat bemerkt, dass die EU die Rettung über den EFSF (später dann den ESM) abwickeln will. Daher fordert sie als Bedingung für die Beteiligung des IWF eine Erweiterung des europäischen Rettungsschirms ESM.

Aktuell
Peinlicher Fehler der EU: Griechen-Verfassung kann erst 2013 geändert werden

Christine Lagarde ist nicht zufrieden mit den Griechen - und auch nicht mit der EU. Sie stellt nun knallharte Forderungen, wenn sich der IWF an der Rettung beteiligen soll. (Foto: consilium)Christine Lagarde ist nicht zufrieden mit den Griechen – und auch nicht mit der EU. Sie stellt nun knallharte Forderungen, wenn sich der IWF an der Rettung beteiligen soll. (Foto: consilium)

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, hat offenbar noch Vorbehalte gegen die von den Finanzministern beschlossene Griechenland-Rettung. Lagarde dürfte sich die Zahlen des vertraulichen Berichts der Troika sehr genau angeschaut haben (hier) und zu dem nicht sehr fernliegenden Schluss gekommen sein, dass die aktuelle Rettung nicht mehr ist als ein Tropfen auf den heißen Stein. Daher sagte Lagarde in Brüssel, dass der IWF zwar bereit sei, einen „bedeutsamen Beitrag“ zu den geplanten 130 Milliarden zu leisten. Bedingung sei jedoch neben den Reformen in Griechenland, dass die EU „zusätzliche Maßnahmen wie die Schaffung eines ordentlichen Schutzwalls“ ergreife.

Die Forderung von Lagarde zeigt auch, dass es offenbar immer mehr Mißtrauen zwischen dem IWF und den Europäern gibt. Lagarde hatte schon den Fiskal-Pakt hart kritisiert (hier). Jetzt wittert sie, dass die Europäer versuchen könnten, über die noch diversen Rettungs-Vehikel die Euro-Rettung gewissermaßen an die Weltgemeinschaft outsourcen könnten. Das will niemand, daher die unmißverständliche Bedingung, die nichts anderes heißt, dass die Europäer für ihre Rettung selbst zuständig sind.

Unterstützung für diese Forderung kam vom Chef der Euro-Gruppe, Jean Claude Juncker. Juncker erwartet, dass die EU-Staaten den ESM aufstocken werden. Juncker: „Ich gehe davon aus, dass die Regierungen vereinbaren werden, die Kapazität auszuweiten.“ Der ESM wurde beim vergangenen EU-Gipfel beschlossen und dient letzten Endes vor allem zur Umverteilung der Schulden in Europa (mehr hier). Eine Ausweitung des ESM, bevor dieser überhaupt begonnen hat, wurde bisher von Deutschland entschieden abgelehnt.

Lagarde ist offenbar nicht entgangen, dass die neuen Kredite an Griechenland nicht mehr von den einzelnen Euro-Staaten vergeben werden, sondern dass nun der EFSF in Aktion tritt. Damit haben die Staaten den Vorteil, dass sie sagen können, es gehe nicht um Geld, sonderen um Garantien. So gewinnen sie weiter Zeit – etwa die Franzosen bis zu nächsten Wahl. Im EFSF sind von ursprünglich 440 Milliarden Euro noch 250 Milliarden Euro übrig. Ein großer Teil dürfte nun für das Griechenland-Paket verwendet werden. Wenn sich dann erst Portugal, Irland, Spanien und Italien anstellen, kann der EFSF, wie von Lagarde befürchtet, die Rolle nicht mehr spielen, die ihm jetzt zugedacht wird. Die Größe des ESM reicht ebenfalls nicht aus, wenn mehrere europäische Staaten gerettet werden sollen.

Quelle: Deutsche Mittelstands Nachrichten vom 22.02.2012

Über staseve

Die Arbeitsgemeinschaft Staatlicher Selbstverwaltungen wurde am 06. November 2010 gegründet.
Dieser Beitrag wurde unter Aktuell, Geschichte, Kultur, Nachrichten, Politik, Soziales, StaSeVe Aktuell, Völkerrecht, Wirtschaft, Wissenschaft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Griechenland – Lagarde macht Aufstockung des ESM zur Bedingung für Griechen-Rettung

  1. Selbstverwaltung schreibt:

    Abgekartetes Gepoker mit dem Ziel, die Steuerzahler in Europa maximal auszupressen und das Geld zu den BANKSTERN umzuleiten.

    Methode : Getrennt kämpfen – gemeinsam schlagen !

    NÜRNBERG 2.0 / DEN HAAG für alle Hochfinanz-Satrapen !

  2. Martin schreibt:

    http://www.die-natuerliche-foederation.org/aktuelles2011.htm
    Absatz: Selbstverwaltung
    Kann da jemand was zu schreiben ? und gab es jetzt Gespräche mit diesen Selbstverwaltern ?
    http://www.die-natuerliche-foederation.org/dokumente/sv_proklamation_fatal.pdf

    • staseve schreibt:

      Thomas Patzlaff und die Selbstverwalter der Natülichen Foederation stehen unter den Universellen Menschenrechten diese Gruppe ist anders unterwegs da man sich nicht unter UN-Recht gestellt hat muss jeder mit jedem einen bilateralen Vertrag schliessen. Aber sonst machen die genauso ihr Ding. wir halten es für effizienter und effektiver strukturiertes Völkerrecht zur Anwendung zu bringen und weiterzuentwickeln.

  3. Andy schreibt:

    Etwas zum Schmunzeln auf englisch, von einem Bekannten in Australien.
    So koennte Griechenland und ganz Europa zum Paradies und nicht nur gerettet werden.

    Dear Prime Minister,

    Please find below our suggestion for fixing the Australian economy.

    Instead of giving billions of dollars for projects that nobody needs or wants e.g. insulation bats, Solar panels, School fund to have 3 assembly halls at ten times the price for 30 students. Why not use the following plan.

    You can call it the Gillard Redhead Retirement Plan:

    There are about 5 million people over 50 in the work force.

    Pay them Â$ 2 million each severance for early retirement with the following stipulations:

    1) They MUST retire.
    Five million job openings – unemployment fixed

    2) They MUST buy a new Australian car.
    Five million cars ordered – Car Industry fixed

    3) They MUST either buy a house or pay off their mortgage –
    Housing Crisis fixed

    4) They MUST send their kids to school/college/university –
    Crime rate fixed

    5) They MUST buy Â$100 WORTH of alcohol/tobacco a week …..
    And there’s your money back in duty/tax etc

    It can’t get any easier than that!

    Also
    Let’s put the pensioners in jail and the criminals in a nursing home.

    This way the pensioners would have access to showers, hobbies and walks.

    They’d receive unlimited free prescriptions, dental and medical treatment, wheel chairs etc and they’d receive money instead of paying it out.

    They would have constant video monitoring, so they could be helped instantly, if they fell, or needed assistance.

    Bedding would be washed twice a week, and all clothing would be ironed and returned to them.

    A guard would check on them every 20 minutes and bring their meals and snacks to their cell..

    They would have family visits in a suite built for that purpose.

    They would have access to a library, weight room, spiritual counselling, pool and education.

    Simple clothing, shoes, slippers, PJ’s and legal aid would be free, on request.

    Private, secure rooms for all, with an exercise outdoor yard, with gardens.

    Each senior could have a PC a TV radio and daily phone calls.

    There would be a board of directors to hear complaints, and the guards would have a code of conduct that would be strictly adhered to.

    The criminals would get cold food, be left all alone and unsupervised. Lights off at 8pm, and showers once a week. Live in a tiny room and pay Â$400.00 per week and have no hope of ever getting out.

    Think about this (more points of contention):

    COWS
    Is it just me, or does anyone else find it amazing that during the mad cow epidemic our government could track a single cow, born in Goondiwindi almost three years ago, right to the paddock where she slept in the feedlot at Bony Mountain?

    And, they even tracked her calves to their stalls. But they are unable to locate 125,000 illegal immigrants wandering around our country. Maybe we should give each of them a cow.

    Also;
    Think about this … If you don’t want to forward this for fear of offending someone — YOU ARE PART OF THE PROBLEM! It is time for us grumpy old folk of Australia to speak up!

  4. Regina schreibt:

    Prof. Dr. Wilhelm Hankel spricht über die Euro-Krise. Was sind die Ursachen, Folgen und mögliche Lösungen?

    Prof. Dr. Wilhelm Hankel
    Der Ökonom Professor Dr. Hankel ist einer der bekanntesten Kritiker der Einführung des EURO und vehementer Verteidiger der Deutschen Mark. Karl Schiller machte ihn Ende der 60iger Jahre zu seinem
    Chefberater in Sachen Währung und internationale Finanzen. Gut zwei Dutzend Regierungen der Dritten Welt holten seinen Rat ein. Seit vierzig Jahren lehrt er an in- und ausländischen Universitäten, u.a. in Harvard, Washington, Bologna, Berlin und Frankfurt/Main.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s