Bundespräsident Gauck zu jungen Migranten – “Wir glauben an Euch”

39 Tage nach Amtsantritt schlägt Joachim Gauck wichtige thematische Pflöcke seiner Präsidentschaft ein: Junge Migranten ruft er zum gesellschaftlichen Engagement auf. Zudem boykottiert er die Ukraine.

Bundespräsident Gauck in Frankfurt

© DPA Bundespräsident Joachim Gauck spricht in der Paulskirche in Frankfurt am Main mit jungen Stipendiatinnen

Bundespräsident Joachim Gauck ermutigt junge Menschen mit Migrationshintergrund zu gesellschaftlichem Engagement. Gerade eine demokratische Gesellschaft sei auf jedes einzelne Mitglied angewiesen, sagte Gauck in der Frankfurter Paulskirche zum zehnjährigen Bestehen eines Stipendienprogramms für engagierte Schüler aus Zuwandererfamilien.

Eine demokratische, freiheitliche Grundlage sei keineswegs selbstverständlich und wolle immer wieder verteidigt und manchmal auch erkämpft sein.

Das zeige sich an manchen Erfolgen nationalistischer und fundamentalistischer Gruppen. “Wir müssen verteidigen was wir achten”, mahnte Gauck. Er sprach sich gegen Parallelgesellschaften aus. Und schon gar nicht könnten Gegenkulturen akzeptiert werden, wenn sie sich gegen die freiheitliche Grundordnung richteten.

Die Botschaft des Förderprogramms laute: “Wir glauben an Euch! Nicht nur als Fachkräfte von morgen, sondern als Bürger, Menschen an unserer Seite, hier in diesem, unserem Land”, sagte Gauck mit Blick auf das vor zehn Jahren von der Hertie-Stiftung gegründete START-Stipendienprogramm.

Bundespräsident Joachim Gauck
Bundespräsident

Gauck sagt wegen Timoschenko Besuch in Ukraine ab

“Beweise für ein gelungenes Miteinander”

Der Bundespräsident bezeichnete die Stipendiaten als “lebende und wunderbar lebendige” Beweise für ein gelungenes Miteinander. “Ich bin tief dankbar dafür.” Auch dankte Gauck den jungen Zuhörern, weil sie in dem Programm nicht nur etwas bekämen, sondern ihrem Land auch etwas schenkten: “Ihre Träume, Ihre Kraft, Ihren Optimismus, Ihre Kenntnisse.”

Gauck ermutigte die jungen Menschen mit ausländischen Wurzeln, den Lehrerberuf zu ergreifen. “Es gibt so viele Schulen, die Unterstützung brauchen”, sagte der Bundespräsident. In Frankfurt habe beispielsweise fast die Hälfte aller Jugendlichen eine Zuwanderungsgeschichte. In einigen Jahren würden solche Biografien die Mehrheit sein. Die Lehrerzimmer seien darauf noch nicht ausreichend vorbereitet.

Der Bildungsbereich sei aber nur ein Beispiel von vielen, in dem junge Menschen mit Migrationserfahrung eine wichtige Rolle spielen könnten, betonte Gauck. “Für die Arbeitswelt in Zeiten der Globalisierung sind gerade Sie mit Ihren speziellen Lebensläufen gut gerüstet”, sagte er an die Stipdendiaten gerichtet.

Gaucks Vorgänger Christian Wulff hatte Integration und Akzeptanz von Migranten in Deutschland zu einem wichtigen Thema seiner Präsidentschaft gemacht. Aufgrund von Aussagen wie “Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland” war er bei Migrantenverbänden sehr beliebt.

Erster Besuch des Bundespräsidenten in Hessen

Es war der erste Besuch des Bundespräsidenten Gauck in Hessen. Zum Auftakt trug er sich am Morgen in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt am Main ein. Er sei gerne hier, auch wegen der Vielfalt, die gelebt werde. Die Paulskirche würdigte Gauck als einen Ort mutiger Träume, in dem die Freiheit beschworen worden sei.

Zu den rund 900 geladenen Gästen der Feier zählten neben aktuellen und ehemaligen Stipendiaten auch die hessische Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) und die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU).

Beifall für Absage an die Ukraine

Gaucks Entscheidung, nicht zu einem politischen Treffen in die Ukraine zu reisen, stößt auf ein positives Echo bei Union, SPD und Grünen. Der Umgang der ukrainischen Staatsführung mit der inhaftierten und schwer kranken Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko widerspreche allen Menschenrechtsstandards, sagte die Menschenrechtsbeauftragte der Unionsfraktion im Bundestag, Erika Steinbach.

Der außenpolitische Sprecher der SPD, Rolf Mützenich, sagte zur Entscheidung Gaucks: “Sie hat nicht nur eine symbolische Wirkung, sondern ist ein starkes politisches Signal.”

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir zeigte sich überzeugt, dass Gaucks Signal in der Ukraine verstanden werde. Die Absage der Reise stehe stellvertretend für “große Zweifel” in ganz Europa am Vorgehen der Führung in Kiew.

Er könne Gaucks Entscheidung gut nachvollziehen, sagte Özdemir . Der Bundespräsident setze damit ein “sehr starkes Signal” und mache “eine klare Ansage”. Die Ukraine müsse sich zu den Prinzipien Europas bekennen. Dazu gehöre, auch Menschen im Gefängnis menschenwürdig zu behandeln, sagte Özdemir mit Blick auf den Umgang mit Timoschenko.

Steinbach ist gegen EM-Boykott

Steinbach äußerte sich skeptisch zu einem möglichen politischen Boykott derjenigen Spiele der Fußball-Europameisterschaft im Juni, die in der Ukraine ausgetragen werden. Sie sei in dieser Frage gespalten: “Ich hätte Probleme damit, weil natürlich Verträge abgeschlossen sind und die Menschen, die ja auch freiheitsliebend in diesem Lande sind, wahrscheinlich auch sehr enttäuscht wären.”

Auf die Frage, ob es vorstellbar wäre, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) etwa beim Vorrundenspiel der Nationalmannschaft am 13. Juni gegen die Niederlande in Charkow neben dem ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch auf der Tribüne sitze, betonte Steinbach, Merkel entscheide selbst, was sie tue: “Sie wird eine kluge Entscheidung treffen und ihre Entscheidung sicherlich auch daran ermessen, wie man mit Frau Timoschenko umgeht.”

Quelle: Welt-online vom 26.04.2012

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Die Arbeitsgemeinschaft Staatlicher Selbstverwaltungen wurde am 06. November 2010 gegründet. Am 01. Mai 2012 wurde der Staat Freies Deutschland gegründet und in der UN angemeldet.
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3 Antworten zu Bundespräsident Gauck zu jungen Migranten – “Wir glauben an Euch”

  1. deutsch-südwest schreibt:

    Ja ! Schön!! Multikulti ist Offiziell gescheitert , das hat der Gaukler leider noch nicht begriffen.
    Hoch lebe das Bunte Miteinander!!
    Gruß aus DSWA

  2. schweinestaat schreibt:

    Gauck = Gauckler
    Dieser Stasiarsch hat sich ganz schnell dem System angepasst. Wahrscheinlich hat im die Stasifrau Ferkel mal ganz schnell den Kopf gewaschen.

  3. Andy schreibt:

    Dem fehlt nur noch die Vatikanflagge an seiner Muetze. Man kann gar nicht soviel essen wie man kotzen moechte.

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