Parteispitze entmachtet nordkoreanischen Armeechef

16.07.2012, 13:05

Parteispitze entmachtet nordkoreanischen Armeechef

Foto: EPA

Der nordkoreanische Militärchef Ri Yong-ho ist überraschend seiner politischen Ämter entbunden worden. Er galt bislang als enger Vertrauter von Staatschef Kim Jong Un, der unterdessen für eine weitere Sensation sorgte.

Aus gesundheitlichen Gründen habe Ri keine Posten in der Partei mehr inne, meldete die amtliche Agentur KCNA am Montag. Insbesondere agiere er nicht mehr als Vizechef der einflussreichen Zentralen Militärkommission.

Die Entscheidung sei vom Politbüro der Arbeitspartei gefällt worden, hieß es. Ob Ri Armeechef bleibt, war der KCNA-Mitteilung nicht zu entnehmen.

Wie die südkoreanische Agentur Yonhap meldete, hatte der heute 70-jährige Ri eine „Schlüsselrolle“ in Kims Umfeld gespielt. Der Militärchef habe dem Sohn des im Dezember gestorbenen Diktators Kim Jong Il geholfen, die Kontrolle über die Armee zu behalten.

Die Agentur AP zitierte den Nordkorea-Experten Daniel Pinkston mit den Worten, der Verweis auf Ris schlechte Gesundheit sei „hochwahrscheinlich“ nur ein Vorwand gewesen, um ihn loszuwerden – obwohl der Armeechef den jungen Herrscher nie direkt herausgefordert habe.

Professor Koh Yu-hwan von der Dongguk-Universität in Seoul sagte, Ris Absetzung sei möglicherweise auf einen Machtkampf in Pjöngjang zurückzuführen. Ris Gegner in diesem Kampf sei der ranghohe politische Funktionär Choe Ryong Hae, der insbesondere die Armee beaufsichtige.

Bei Kims Aufstieg zum neuen Staatsführer sei Militärchef Ri zwar dessen Patron gewesen. „Nach der formellen Machtübernahme durch Kim wurde Choe jedoch die Nummer Zwei“, so der Seouler Experte.

Die politische Absetzung des Militärchefs fiel zeitlich mit einer anderen Sensation zusammen. Das nordkoreanische Staatsfernsehen zeigte Kim Jong Un in Begleitung einer mysteriösen Frau. Sie besuchten zusammen ein Konzert und einen Kindergarten.

Beobachter sagen, die Unbekannte verhalte sich als First Lady. Dass sie sich in der Öffentlichkeit zeige, steht im krassen Gegensatz zur Ära von Kim Jong Il, dessen Lebensgefährtinnen keine öffentlichen Auftritte durften.

Quelle: Deutschlandfunk und Stimme Russlands vom 16.07.2012

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