MOSKAU, 24. Juli (RIA Novosti).
Nach der Aufstellung von südkoreanischen Raketen im Gelben Meer hat Nordkorea an der Grenze zwischen den beiden Staaten laut Medienberichten Dutzende Kampfhubschrauber stationiert.
Rund 50 Maschinen aus russischer und nordkoreanischer Produktion seien in den vergangenen drei Monaten unweit von der südkoreanischen Baengnyeong-Insel in Stellung gegangen, meldete die Agentur Yonhap unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul. Damit regierte das kommunistische Land offenbar auf die Stationierung von Mehrfachraketenwerfern und Gefechtshubschraubern im Gelben Meer.
Die Beziehungen zwischen Seoul und Pjöngjang hatten sich nach dem Artillerieangriff Nordkoreas auf eine südkoreanische Insel am 23. November 2010 zugespitzt. Bei dem Beschuss der Insel, die nahe der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer liegt, waren vier Südkoreaner getötet worden. Südkorea hatte das Feuer erwidert. Das war der größte bewaffnete Zwischenfall auf der Korea-Halbinsel seit 50 Jahren.
Seoul macht Pjöngjang auch für den Untergang eines seines Kriegsschiffs im März 2010 verantwortlich. 46 Soldaten waren damals ums Leben gekommen. Nordkorea weist jegliche Verwicklung in den Vorfall zurück. Im Mai berichtete das „Wall Street Journal“, Südkorea wolle vor dem Hintergrund der Spannungen 60 neue Kampfjets anschaffen. In Südkorea sind 28 000 US-Soldaten stationiert. Die USA und Nordkorea befinden sich seit dem Abschluss der Waffenruhe im Jahr 1953 formell im Kriegszustand.
Nordkorea hatte sich 2005 zur Kernwaffenmacht erklärt und führte 2006 und 2009 Atomtests durch, auf die der UN-Sicherheitsrat mit Sanktionen reagierte. Seit Jahren bemühen sich Südkorea, China, Russland, Japan und die USA darum, Nordkorea von den Atomaktivitäten abzubringen. Die Atomwaffen- und Raketenprogramme des kommunistischern Landes stehen international unter Kritik.
Quelle: Ria Novosti und Stimme Russlands vom 24.07.2012
