Japan protestiert gegen chinesisches „Eindringen“

14.09.2012, 12:42

япония китай япония токио пекин токио флаги города

© Foto: Stimme Russlands

Neue Eskalation im Gebietsstreit: Nach Japans Angaben sind chinesische Militärschiffe am Freitag ins japanische Gewässer eingedrungen. Die Regierung in Peking erwidert, es handle sich um ein chinesisches Territorium und einen legitimen Patrouilleneinsatz.

„Zwei Verbände chinesischer Patrouillenboote sind am 14. September ungefähr um 06.00 Uhr Ortszeit im Gewässer nahe der Insel Diaoyu eingetroffen, um einen Patrouilleneinsatz zu absolvieren (…) Dieser Einsatz gilt als Symbol der Entschlossenheit der Regierung in Peking, die Rechtshoheit über diese Inselgruppe zu sichern und die Seeinteressen des Staates zu verteidigen“, meldete am Freitag Chinas amtliche Agentur Xinhua.

Die japanische Agentur Kyodo meldete dagegen, sechs chinesische Schiffe seien in Japans Gewässer „eingedrungen“ – erstmals, seit die Regierung in Tokio die Inselgruppe vom japanischen Privatbesitzer gekauft und damit nationalisiert habe.

Die von China beanspruchte Inselgruppe liegt im Ostchinesischen Meer und wird de facto von Japan verwaltet. Auf Japanisch heißt sie Senkaku. Ihre geographische Lage ist strategisch wichtig, außerdem werden dort reiche Öl- und Gasvorkommen vermutet. Am Dienstag hatte die Regierung in Tokio dem japanischen Privatbesitzer rund zwei Milliarden Yen für die vier Inseln angeboten.

Nach dem Eintreffen der chinesischen Militärschiffe wurde in Tokio am Freitag ein Krisenstab einberufen. Der japanische Außenminister Koichiro Gemba und Verteidigungsminister Satoshi Morimoto mussten ihr Besuchsprogramm in Australien kürzen, um möglichst schnell nach Japan zurückzukehren. Das Außenministerium in Tokio bestellte den chinesischen Botschafter ein, um gegen Chinas Aktivitäten vor den umstrittenen Inseln zu protestieren.

Insgesamt haben die chinesischen Patrouillenboote rund sieben Stunden im umstrittenen Gewässer geweilt, wie die russische Agentur Itar-Tass meldete. Die japanischen Küstenwachschiffe forderten per Funk, das Gewässer zu verlassen, griffen aber nicht ein. Schließlich beendeten die Chinesen ihren Einsatz und verließen den Archipel.

Der chinesische Vizehandelsminister Jiang Zengwei warnte, der Kauf der Inseln durch die japanische Regierung werde die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern negativ beeinflussen. Die China Daily zitierte ihn am Freitag mit den Worten, ein „gutes politisches Milieu“ sei eine erforderliche Grundlage für bilaterale Handelsbeziehungen. China ist derzeit Japans wichtigster Handelspartner. Nach Angaben der japanischen Behörden hat der Export nach China im ersten Halbjahr 2012 mehr als 73 Milliarden US-Dollar betragen.

Wegen der Spannungen setzt China inzwischen ein touristisches Großprojekt mit Japan aus. Die geplante Japan-Reise von 50.000 chinesischen Urlaubern bleibt aus, wie die chinesische Zeitung Remnin Ribao am Freitag unter Berufung auf das Reisebüro China Comfort Travel Group schrieb. Dessen Chef sagte, das Projekt sei vom Tisch, weil das Vorgehen der japanischen Führung für das chinesische Volk „inakzeptabel“ sei. Nach dem ursprünglichen Plan sollte die Reise anlässlich des 40. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen China und Japan stattfinden.

Auch Hong Lei, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, hatte Japan in der laufenden Woche vor „neuen Fehlern“ gewarnt. Die Regierung in Peking werde „alle erforderlichen Maßnahmen“ treffen, um die territoriale Integrität zu verteidigen. Die Remnin Ribao kommentierte: „Die Epoche, als die chinesische Nation unterdrückt wurde, ist unwiederbringlich vorbei. Die Regierung in Peking wird nicht tatenlos zusehen, wie gegen die territoriale Souveränität verstoßen wird“.

Laut Japan gibt es aber keinen Grund für Aufregung. Osamu Fujimura, Leiter des Regierungssekretariats in Tokio, sagte, die Nationalisierung der Inseln ziele lediglich darauf ab, deren „friedliche und stabile Verwaltung“ zu sichern. Die japanische Führung plane weder Fischerei- noch Militäranlagen auf den Inseln und wolle diplomatische Spannungen mit China vermeiden.

Quelle: Stimme Russlands vom 14.09.2012

About these ads

Über staseve

Die Arbeitsgemeinschaft Staatlicher Selbstverwaltungen wurde am 06. November 2010 gegründet. Am 01. Mai 2012 wurde der Staat Freies Deutschland gegründet und in der UN angemeldet.
Dieser Beitrag wurde unter Aktuell, Geschichte, Kultur, Nachrichten, Politik, Soziales, StaSeVe Aktuell, Völkerrecht, Wirtschaft, Wissenschaft abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.