Islamfeindlichkeit ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit

September 20, 2012 by

Der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan hat in Anbetracht der Ausschreitungen rund um den anti-islamischen Film „Die Unschuld der Muslime“ noch einmal eine grundsätzliche Position der Türkei herausgestellt. Während man hierzulande Antisemitismus als Verbrechen gegen die Menschlichkeit brandmarke, würde nicht ein einziger westlicher Staat umgekehrt Islamfeindlichkeit als solches anerkennen. Jetzt will der Politiker eine weltweite Ächtung von Islamophobie erreichen.

Bei der kommenden UN-Vollversammlung in New York in gut einer Woche will der Premier nun eine UN-Initiative der Türkei einbringen, die eine weltweite Ächtung der Islamophobie zum Ziel hat. Auch bei der eigenen, türkischen Gesetzgebung, so Erdoğan weiter, wolle man nachbessern. „Ich bin der Premierminister eines Landes, in dem die Mehrheit der Menschen Muslime sind und das Antisemitismus zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit erklärt hat. Doch der Westen hat Islamfeindlichkeit nicht als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt – sondern dazu ermutigt.
Solche Angriffe auf die Religion und das, was den Menschen heilig is, so fährt er fort, sollte nach internationalen Regularien geahndet werden.

Die Freiheit des Denkens und des Glaubens ende dort, wo die Freiheit des Denkens und Glaubens der anderen beginne, erklärt Erdoğan weiter. Man könne alles über seinen eigenen Glauben und seine eigenen Gedanken sagen, solange, bis man an die Grenze der Freiheit anderer stoße.

Das wolle die Türkei nun auch in ihrer eigenen Gesetzgebung stärker zum Ausdruck bringen und arbeite deshalb fieberhaft an einer Gesetzgebung gegen blasphemische und beleidigende Kommentare.

Sehr geehrter Herr Erdogan, einen Paragraphen zum Schutz des Türkentums gibt es bereits in ihrem Land, wollen Sie diesen auf die gesamte westliche Welt ausdehnen?
Vergessen Sie dabei aber nicht, dass man das fundamentale Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung nicht von Befindlichkeiten einzelner oder bestimmter Gruppen abhängig machen kann!!!

Meinungen und die Freiheit der Kunst können in einem modernen Rechtsstaat nicht strafwürdig sein, weil sonst einer willkürlichen Verfolgung anderer Meinungen Tür und Tor geöffnet wäre.

Die eigentliche Provokation für den muslimischen Teil der Welt ist nämlich nicht ein Schmähvideo oder eine Karikatur, sondern der Lebensstil, der Erfolg und die Freiheit des Westens – und die eigene Perspektivlosigkeit. Sie verstehen nicht, warum Allah zulässt, dass es den Ungläubigen besser geht als ihnen.

Quelle: indexexpurgatorius.wordpress.com vom 20.09.2012

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