Mexiko-Stadt – Mexikanische Archäologen haben bei Restaurierungsarbeiten im heiligsten Tempel der Azteken zufällig 50 Totenschädel entdeckt. Es sei der größte Fund, der jemals an einem einzelnen Opferplatz im Templo Mayor in Mexiko-Stadt gemacht worden sei, teilten die Archäologen am Freitag mit.
Die 50 Totenschädel weisen auf beiden Seiten Löcher auf, was andeutet, dass sie daran aufgehängt worden waren. Fünf waren unter einem Opferstein vergraben, die anderen 45 schienen daraufgelegt worden zu sein.
Der Fund enthülle bisher unbekannte Einzelheiten der Rituale der Azteken, sagte die US-Archäologin Susan Gillespie, die nicht an der Ausgrabung beteiligt war. Die wichtigsten Rituale der Azteken wurden vor allem in der Zeit von 1325 bis zur spanischen Eroberung 1521 durchgeführt.
Erst vor wenigen Wochen hatte Forscher mehr als 1700 menschlichen Knochen aus der Aztekenzeit in einem Grab in Mexiko-Stadt gefunden. Es diente eigentlich nur der Beisetzung einer einzigen Frau. Warum sie so aufwendig bestattet wurde, lässt die Forscher noch rätseln.
boj/dapd
Quelle: Spiegel-online vom 06.10.2012
