MOSKAU, 19. Oktober (RIA Novosti).
Im Kampf um den Einzug ins Weiße Haus lassen Amtsinhaber Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney keine Gelegenheit aus, um übereinander herzuziehen, schreibt die Zeitung „Moskowski Komsomolez“ am Freitag.
Was den Wahlstäben untersagt ist, machen für sie die sogenannten Komitees für politische Aktionen. Diese unabhängigen Organisationen dürfen seit 2010 unbegrenzt Spenden unter der Bedingung annehmen, dass sie das Geld nicht an die Parteien und Kandidaten weitergeben. In der Tat ist die Unabhängigkeit dieser Komitees fragwürdig.
Diese Komitees geben für die Wahlkampagnen atemberaubende Summen aus. Laut Wesleyan Media Project (WMP) wurden für die Wahlwerbung allein für Obama und Romney bis Anfang Oktober rund 600 Millionen Dollar ausgegeben. Anfang November soll die Marke von einer Milliarde Dollar überschritten werden.
Laut WMP wird in 72 Prozent der Werbefilme für Romney gegen Obama gewettert. Die Werbefilme der Demokraten enthalten weniger Propaganda gegen Romney (46 Prozent).
Den US-Wahlkampf beeinflussen auch die Unternehmensbosse.
US-Medien hatten vor kurzem berichtet, dass einige Unternehmer ihre Angestellten zwingen, am 6. November gegen Obama zu stimmen. Wie Dave Robertson, Präsident von Koch Industries, sagte, könnten 50.000 Mitarbeiter und Auftragnehmer unter den Folgen einer Wiederwahl Obamas leiden.
Das Unternehmen hat bereits in vielen US-Wahlkämpfen den republikanischen Kandidaten mit großzügigen Spenden unterstützt. Koch Industries ist Gründer und Geldgeber des Komitees „Amerikaner für Prosperität“, das allein in diesem Jahr mehr als 30 Millionen Dollar für den Wahlkampf gegen die Demokraten ausgegeben hat.
Auch David Siegel, Chef von Westgate Resorts, will eine Wiederwahl Obamas verhindern. „Statt das Unternehmen auszubauen, muss ich das Personal abbauen. Ihr werdet weniger Arbeitsplätze, Sozialermäßigungen und Möglichkeiten haben“, sagte Siegel.
Arthur Allen, Generaldirektor von ASG Software Solutions, warnte seine Angestellten davor, ihre Stimme Obama zu geben. „Falls am 6. November eine falsche Wahl getroffen wird, werde ich mir nicht die Beschwerden über deren Folgen anhören“, sagte Allen. Es scheint klar, dass es dabei um Kündigungen geht.
Quelle: Ria Novosti vom 19.10.2012
