Die Stadt Nürnberg will sich Geld von den Bürgern leihen. Durch eine Anleihe sollen bis zu zehn Millionen Euro in den Stadtsäckel fließen. Verzinst wird die Anleihe mit 1,1 Prozent. Nun muss der Stadtrat entscheiden.
Stand: 23.10.2012

Die Idee ist in Bayern einmalig: Mit einem Bürgerkredit will die Stadt Nürnberg zwischen fünf und zehn Millionen Euro einnehmen. “Mit dem Geld werden wir Kindergärten und Schulen bauen”, versprach Stadtkämmerer Harald Riedel (SPD) im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.
Kämmerer wartet auf besseres Zinsniveau
Und so soll die Anleihe funktionieren: Die Sparkasse Nürnberg legt die Kommunalanleihe auf, mit der die Bürger ihr Geld für fünf Jahre fest anlegen können. Der Zinssatz würde derzeit bei maximal 1,1 Prozent im Jahr liegen. Wer etwa 5.000 Euro investiert, würde nach fünf Jahren 55 Euro zurückerhalten – vor Steuern. “Wir werden mit der Ausgabe wohl warten, bis die Zinsbedingungen wieder besser werden”, sagte Stadtkämmerer Riedel. Dass eine Kommunalanleihe funktionieren kann, beweist die hessische Stadt Oestrich-Winkel. Dort haben die Bürger ihrer Kommune gut 83.000 Euro für ein neues Feuerwehrauto geliehen.
Nürnberg und Würzburg planen Franken-Anleihe
Neben der kommunalen Anleihe planen die Städte Nürnberg und Würzburg noch ein gemeinsames Finanzprodukt, die sogenannte Franken-Anleihe. Diese soll ein Volumen von 100 Millionen Euro haben. Nürnberg soll 80 Prozent der Einnahmen erhalten, die Domstadt 20. Je nach Laufzeit soll der Zinssatz zwischen 1,4 und 2,4 Prozent liegen. Das Geld kann Nürnberg gut gebrauchen, denn die Stadt ist derzeit mit 1,3 Milliarden Euro verschuldet. Für das kommende Jahr muss der Kämmerer rund 18 Millionen neue Schulden machen.
Quelle: Bayerischer Rundfunk vom 23.10.2012