Schweizer Politikerin – “Mich stört die Masse der Deutschen”

29.04.2012

 

SVP-Politikerin Rickli: "Ich hetze nicht gegen Deutsche"

DPA

SVP-Politikerin Rickli: “Ich hetze nicht gegen Deutsche”

Die hitzige Debatte um deutsche Zuwanderer in der Schweiz findet kein Ende, im Gegenteil. Natalie Rickli, Abgeordnete der Schweizer Volkspartei, legt jetzt nach: “Einzelne Deutsche stören mich nicht, mich stört die Masse”, sagte sie. Eine neue Umfrage zeigt – viele Landsleute stimmen ihr zu.

Zürich – Wer als Deutscher wissen will, wie es ist, sich als Gastarbeiter im Ausland unwillkommen zu fühlen, der sollte in die Schweiz ziehen, genauer: in den deutschsprachigen Teil des Landes. Denn dort sind stattliche 36 Prozent der Menschen der Ansicht, dass zu viele Deutsche in ihrer schönen Alpenrepublik leben. Natalie Rickli sieht das auch so. Die Abgeordnete der nationalkonservativen Schweizer Volkspartei spielte bereits vergangene Woche mit Ressentiments gegen Deutsche. Nun legt sie nach.

“Einzelne Deutsche stören mich nicht, mich stört die Masse”, sagte die 35-Jährige jetzt der Zeitung “Sonntags-Blick”. Was wohl eine Art Relativierung ihrer kontroversen Aussage von letzter Woche sein sollte, dürfte die hitzig geführte Debatte um die deutsche Zuwanderung in die Schweiz nur befeuern. Vorigen Sonntag hatte Rickli in einer Fernsehsendung des Lokalsenders TeleZüri gesagt: “Wir haben zu viele Deutsche im Land.”

Im aktuellen “Sonntags-Blick” benennt Rickli auch, wo genau das Problem mit den Dauergästen aus dem Norden ihrer Ansicht nach am Größten ist: Speziell im Kanton Zürich träten Deutsche in Massen auf. Gegen einzelne deutsche Ärzte oder Kellner habe sie zwar nichts. Aber: “Wenn es aber nur noch deutsche Serviertöchter (Kellnerinen) hat, deutsche Ärzte, ich in den Schweizer Bergen nur noch von Deutschen bedient werde, fühle ich mich nicht mehr daheim.”

Der “Sonntags-Blick” aus dem Verlagshaus Ringier, dem Rickli das Interview gegeben hat, gilt als eher linksliberales Boulevardblatt – und wird pikanterweise von einem deutschen Chefredakteur geführt, dem Ex-”Bild”-Mann Karsten Witzmann. Die Zeitung bedient zweifellos bestehende Antipathien gegen deutsche Zuwanderer daher kaum direkt, und zeigt sich in der aktuellen Ausgabe bemüht zu betonen, wie wichtig die Deutschen gerade für die Schweizer Wirtschaft seien. Eine eigens in Auftrag gegebene, repräsentative Umfrage interpretieren die “Blick”-Macher mutig als positives Signal an die deutschen (Arbeits-)Gäste.

Die Deutschen als Konkurrenten

Doch so richtig überzeugend wirken die Zahlen nicht: 64 Prozent der Schweizer mögen die Deutschen trotz der starken Einwanderung, ist dort zu lesen. Ihnen sei der Anteil von Deutschen an der Schweizer Wohnbevölkerung derzeit “gerade recht”. Bleiben aber nun einmal besagte 36 Prozent der Befragten in der Deutschschweiz – in der die SVP besonders stark ist -, die Rickli zustimmen.

Laut “Sonntags-Blick” tun sie dies übrigens weniger aus der Angst vor kultureller Überfremdung oder aus einer generellen Abneigung gegenüber den oft als hochnäsig geschmähten Deutschen, sondern weil sie die Konkurrenz der Deutschen auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt fürchten.

Rickli selbst kann an ihren Aussagen nichts Verwerfliches finden: “Ich hetze nicht gegen Deutsche”, sagte sie. “Ich spreche die Problematik an, dass zu viele hier sind.” Nach den Angaben der in der SVP unter anderem mit Ausländerpolitik beschäftigten Abgeordneten leben 276.000 Deutsche in der Schweiz, die knapp acht Millionen Einwohner hat. Welche ungeheure Belastung das ihrer Ansicht nach offenbar bedeutet, versucht sie mit einem Zahlenspiel zu illustrieren: “Rechnen wir das auf Deutschland um, wären 2,7 Millionen Schweizer in Deutschland.”

Immerhin: Die Deutschen sind nicht die einzigen, die Frau Rickli Unbehagen bereiten. Die Schweiz habe generell ein Problem mit der Zuwanderung und der Personenfreizügigkeit. “Wir haben zu viel Kriminalität. In unseren Gefängnissen sind 70 Prozent Ausländer. Wir haben ein Asylchaos”, sagte die SVP-Frau. Jeder könne in die Schweiz kommen, hier arbeiten und habe Zugang zu den Sozialleistungen.

Mit solchen Aussagen führt die SVP-Politikerin konsequent die Politik ihrer Partei fort, die – lange Zeit unter der Führung von Christoph Blocher – seit den neunziger Jahren mit ihrem Kampf gegen Europa, gegen Zuwanderung und für Marktliberalismus zur stärksten Partei des Landes aufgestiegen ist. Dabei hat sie wiederholt Ressentiments bedient und bewusst Tabubrüche begangen.

Die 35-jährige Rickli hat eine rasante politische Karriere hingelegt. Schon seit fünf Jahren sitzt sie im Schweizer Parlament. Die “Neue Zürcher Zeitung” nannte sie einmal “die gefährlichste Frau der SVP”. Beobachter schildern sie als klug, fleißig und tough.

tdo/dpa

Quelle: Spiegel-online vom 29.04.2012

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5 Antworten zu Schweizer Politikerin – “Mich stört die Masse der Deutschen”

  1. schweinestaat schreibt:

    Die hat doch Recht, Kanaken raus. In der Schweiz sind halt die Deutschen eine von vielen Kanakengruppen.

    • schweinestaat schreibt:

      Obwohl die Schweiz wäre für mich neben Schweden, Norwegen und Finnland noch das einzige akzeptable Land in Europa. Die Schweiz hat natürlich den grössten Vorteil, das sie nicht in der EU ist und noch eine eigene Währung hat die was wert ist.

  2. Jesuit schreibt:

    Mich stört die Masse der Schweizerdeutschen in der Schweiz auch.
    Die haben so komische Namen wie “Rickli Schweizer Kräuterzucker” und noch komischere Ideen.
    Herrlich, was kann man selig leben, wenn man nicht weiß, das man selber Teil deutscher Vöker ist.

    CH – “Confoederatio Helvetica” lat. “Schweizerische Eidgenossenschaft”
    Name Ur-Kanton “Schwyz”

    Was is’ n das überhaupt für’n Staat?
    Sieht mir eher aus, wie ‘ne Konstruktion auf auf Basis des altgermanischen Rechtsgrundsatzes “Haust Du mich, hau’n wir zurück”

    Nicht auszudenken, wenn diese Genossenschaft mal auseinanderfällt und der eine oder andere Kanton “Heim ins Reich” will…
    …ob wir die dann wieder aufnehmen?
    Ich meine, seit 1648 ‘is ne lange Zeit.

  3. gbg schreibt:

    Stell Dir nur vor, alle Deutschen gehen nach Hause und nehmen ihr Geld mit….
    Die Alpen werden glühen und ein Stück kleiner werden… :-)

  4. bergdietikon96 schreibt:

    Für mich macht die Aussage, dass der Einzelne nicht stört aber die Masse, keinen Sinn. Es macht doch keinen Unterschied, ob man jeden einzeln ansieht oder dann alle zusammen!?
    Es wird geklagt, dass es zu wenige Schweizer Ärzte gibt: Vielleicht sollte man den Beruf einfach attraktiver machen. Grosser Ansturm auf diese Arbeitszeiten etc. gibt es ja nicht, soweit ich das beurteilen kann.
    Ich finde es gut, dass Rickli ein Zeichen gegen eine Überbevölkerung setzen will. Doch sie hätte sich ein wenig diplomatischer und allgemeiner Ausdrücken können. Meine Meinung ist noch ein wenig ausführlicher hier zu finden…

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